Fürth war historisch eine wichtige Bierstadt mit bekannten Brauereinamen wie Humbser, Geismann und Grüner. Die alte unabhängige Brauereilandschaft gibt es so heute nicht mehr, aber die Biergeschichte ist noch sichtbar: im Grüner Brauhaus, in den alten Humbser-Mauern und bei Tucher am Zwei-Städte-Sudhaus an der Grenze zwischen Nürnberg und Fürth. Das wichtigste Fest ist nicht ein Herbstvolksfest, sondern die Fürther Michaelis-Kirchweih, die größte Straßenkirchweih Süddeutschlands.

Fürth auf einen Blick
- Großstadt in Mittelfranken mit rund 132.600 Einwohnern Ende 2025
- Direkt neben Nürnberg, sehr gut mit U-Bahn, S-Bahn und Regionalbahn erreichbar
- Wichtige Braugeschichte: Humbser, Geismann, Grüner, später Tucher/Patrizier
- Heute relevant: Grüner Brauhaus, Das Humbser, Tucher Zwei-Städte-Sudhaus
- Größtes Fest: Michaelis-Kirchweih, Fürther Kärwa, Anfang Oktober
Fürths Brauerei-Geschichte
Fürth war früher deutlich stärker als Bierstadt wahrnehmbar als heute. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert prägten große Fürther Brauereien wie Humbser, Geismann, Grüner, Mailaender und Evora & Meyer das Stadtbild. Diese alte Brauereiwelt ist heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form erhalten, aber ihre Spuren findet man noch an mehreren Orten in der Stadt.
Humbser ist einer der wichtigsten historischen Namen. Die Marke verweist auf Fürther Braugeschichte seit 1746, das alte Jugendstil-Sudhaus in der Schwabacher Straße erinnert bis heute an die Bedeutung der Brauerei. Heute wird dort wieder Humbser Lager ausgeschenkt, allerdings ist das kein klassischer Brauereibesuch wie bei einer kleinen Dorfbrauerei in der Fränkischen Schweiz.
Geismann ist ein weiterer großer Fürther Brauereiname. Die Brauerei wurde 1722 gegründet, ging 1967 in Humbser-Geismann auf und später in größeren Braustrukturen weiter. Für heutige Besucher ist der Name vor allem historisch interessant, nicht als aktive unabhängige Brauerei.
Wo trinkt man heute Fürther Bier?
Grüner Brauhaus
Das Grüner Brauhaus am Comödien-Platz ist heute die wichtigste Adresse, wenn man in Fürth bewusst Bier und fränkisches Wirtshaus verbinden will. Es wurde 2014 eröffnet, liegt im Berolzheimerianum und schenkt exklusiv Grüner Naturtrüb, das Grüner Kellerbier, aus. Dazu gibt es fränkische Küche wie Schäufele, Sauerbraten, Sülzen und Brotzeiten. Öffnungszeiten bitte direkt prüfen.
Das Humbser
Das Humbser sitzt in den Mauern der alten Humbser-Brauerei in der Schwabacher Straße. Für Bierfans ist der Ort vor allem wegen der Geschichte interessant: Hier war einer der großen Fürther Brauereistandorte. Heute ist es ein Restaurant mit fränkisch-deutscher Küche und Humbser Lager vom Fass.
Tucher Zwei-Städte-Sudhaus
Tucher ist heute die große Brauadresse im Raum Nürnberg/Fürth. Das Zwei-Städte-Sudhaus liegt direkt auf der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth. Für Touristen ist das eher eine moderne Brauereiführung als ein romantischer Bierkeller, aber für die regionale Biergeschichte ist es wichtig.
Die Michaelis-Kirchweih: nicht Herbstvolksfest sagen
Das wichtigste Fürther Fest heißt Michaelis-Kirchweih, lokal einfach Kärwa. Sie findet jedes Jahr im Herbst in der Innenstadt statt und läuft rund zwei Wochen. Die Tourist-Information Fürth beschreibt sie als größte Straßenkirchweih Süddeutschlands und als eines der ältesten und größten Volksfeste in Franken.
Der Charakter ist anders als beim Nürnberger Volksfest: Die Kärwa liegt nicht auf einem abgeschlossenen Volksfestplatz, sondern zieht sich durch die Innenstadt, von der Fürther Freiheit bis zum Königsplatz. Es gibt Fahrgeschäfte, Buden, Imbissstände, Bier, Marktcharakter und als Höhepunkt den Erntedankfestzug.
Michaelis-Kirchweih Fürth
- Termin: Anfang Oktober, 2026 vom 3. bis 14. Oktober
- Ort: Innenstadt Fürth, unter anderem Fürther Freiheit bis Königsplatz
- Charakter: Straßenkirchweih, Markt, Fahrgeschäfte, Essen, Bier
- Besonderheit: seit 2018 immaterielles Kulturerbe
- Besucher: laut Tourist-Info rund 1,5 Millionen pro Jahr, je nach Jahr und Wetter
Zirndorfer: nicht Fürth, aber nah genug, um wichtig zu sein
Zirndorf ist nicht Fürth, aber für die Bierkultur im westlichen Städtedreieck gehört Zirndorfer unbedingt in den Kontext. Die Brauerei und der Zirndorfer Bräuschank sitzen in Zirndorf, direkt neben Fürth und Nürnberg. Für Besucher ist das praktisch: Wer Fürth nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil von Nürnberg-Fürth-Zirndorf versteht, bekommt ein vollständigeres Bild der regionalen Bierlandschaft.
Zirndorfer ist deshalb kein Ersatz für Fürther Geschichte, sondern ein wichtiger Nachbar. Gerade wenn du im Raum Fürth/Nürnberg unterwegs bist, wirst du dem Namen schnell begegnen.
Fürth und das Städtedreieck
Fürth ist für Bierreisende vor allem als Teil des Städtedreiecks Nürnberg, Fürth und Erlangen spannend. Von einer Unterkunft aus kannst du Nürnberger Rotbier, Fürther Wirtshauskultur und Erlanger Bergkirchweih gut kombinieren. Die Wege sind kurz, der ÖPNV ist stark, und ein Auto ist für diese drei Städte nicht nötig.
Fürth ist nicht Bamberg und auch nicht die Fränkische Schweiz. Wer viele kleine Familienbrauereien sucht, fährt weiter nach Norden. Wer aber ein ehrliches Stück mittelfränkische Stadt- und Biergeschichte sehen will, sollte Fürth nicht einfach überspringen.
Passende Hauptguides
Wenn du nach diesem Artikel weiterplanen willst, bringen dich diese Übersichten am schnellsten zur nächsten Entscheidung.
Der Einstieg in Regionen, Brauereitypen, Dichte und sinnvolle erste Stopps.
Guide öffnen →ReiseplanungFrankenreise planenBamberg, Nürnberg, Fränkische Schweiz und praktische Entscheidungen vor Ort.
Guide öffnen →BierwissenFränkische Bierstile erkennenKellerbier, Rauchbier, Zoigl, Rotbier und andere Stile besser einordnen.
Guide öffnen →