Ein fränkischer Bierkeller ist kein dekorativer Biergarten. Er kommt aus der alten Lagerkeller-Kultur: Bier wurde kühl im Fels gelagert, getrunken wurde darüber oder davor, meist unter Bäumen und an langen Holzbänken. Wichtig sind nicht nur Forchheim und Erlangen, sondern auch Dorfkeller in der Fränkischen Schweiz, Hallerndorf/Kreuzberg und die Obermain-Region um Bad Staffelstein.
Bierkeller sind historische Lagerkeller mit Außenbereich. Die Saison läuft grob von April bis Oktober, aber echte Keller öffnen wetterabhängig. Forchheim, Erlangen, Hallerndorf/Kreuzberg, Bad Staffelstein/Obermain, Bamberg und viele Dörfer der Fränkischen Schweiz sind wichtige Einstiegspunkte.
Im fränkischen Sinn meint Bierkeller nicht einfach eine Kneipe mit Keller darunter. Gemeint ist ein Lagerkeller, oft in Sandstein oder Hang getrieben, der früher Bier ohne moderne Kühlung konstant kühl hielt. Aus diesem praktischen Ort entstand die Sommerkultur: draußen sitzen, Kellerbier trinken, Brotzeit essen.
Darum sagt man in Franken oft einfach: Wir gehen auf den Keller. Gemeint ist nicht der Raum unter der Erde, sondern der ganze Ort, also Keller, Ausschank, Bänke, Bäume und das Bier der dazugehörigen Brauerei.
| Monat | Status | Hinweis |
|---|---|---|
| April | beginnend | Erste Keller öffnen bei gutem Wetter, oft nur am Wochenende |
| Mai | Saison | Sehr gute Reisezeit: viele Keller offen und weniger Andrang als im Hochsommer. Ausnahme ist Erlangen während der Bergkirchweih, die je nach Pfingsttermin im Mai oder Juni liegt |
| Juni | Hochsaison | Lange Abende und warme Tage |
| Juli | Hochsaison | Annafest in Forchheim, Keller oft sehr voll |
| August | Hochsaison | Sommerbetrieb, aber Öffnungszeiten immer prüfen |
| September | Herbstsaison | Oft die angenehmste Zeit: warm genug, weniger hektisch |
| Oktober | ausklingend | Viele Keller schließen im Laufe des Monats, parallel beginnt die Bockbierzeit |
| Nov bis März | meist geschlossen | Der Außenkeller ist zu, Gasthöfe oder Brauereiausschänke können innen geöffnet sein |
Forchheim und Erlangen sind die bekanntesten Kellerstädte, aber die dichteste Kellerlandschaft liegt in den Dörfern: Hallerndorf und der Kreuzberg, die Fränkische Schweiz und die Obermain-Region um Bad Staffelstein. Wer zum ersten Mal auf den Keller geht, fährt am besten dorthin, wo mehrere nebeneinander liegen.
Die Begriffe werden oft verwechselt. Kurz gesagt: der Keller hängt an einem historischen Lagerkeller und an der Saison, der Biergarten kann überall stehen. Die ausführliche Gegenüberstellung samt Tabelle steht auf der Biergarten-Seite.
Zur Biergarten-Seite →Alle Keller im Verzeichnis, mit Ort, Adresse und Kartenpunkt: Keller auf der Karte ansehen.
Bierkeller funktionieren am besten, wenn Saison, Wetter, Öffnungszeiten und Rückweg zusammenpassen.